1986 – 1988
Story: Raoul Cauvin
Zeichnungen: Berck (Artur Berckmans)
Originaltitel: Sammy – Integral 6
Hardcover | 264 Seiten | Farbe | 39,00 € |
ISBN: 978-3-96430-256-4

Wow, schon mehr als die Hälfte ist geschafft! Die auf zehn Bände konzipierte Integral-Reihe mit den Bodyguards Sammy & Jack ist mittlerweile in der zweiten Hälfte der 80-er Jahre angekommen. Die Ölkrise ist überwunden, Hollywood erzählt noch schöne Geschichten, produziert aber auch Horrormovies. Geschichten über die Mafia werden im Wesentlichen noch mit der Prohibitionszeit verbunden und nicht mit dem heutigen Drogen-, Sex- und Auftragskiller Konglomerat.
Katastrophen, Gags und strake Frauen
Der Zeitraum dieses Bandes umfasst zwar nur drei Jahre, in ihnen sind aber vier Alben erschienen. Wie immer erweist sich Raoul Cauvin als vortrefflicher Lieferant von Szenarien, die den beiden Helden weitere Entwicklungen erlauben. Miss Kay zeigt einen größtenteils vollkommen aufgelösten Mitarbeiter, der bei fast jeder Äußerung seines Chefs tiefer in den Sessel sinken möchte und haufenweise Tabletten schluckt. Der wahre Grund für diese Krankheit ist, dass er weiß, wer hinter dem Pseudonym Miss Kay steckt, es aber partout nicht verraten möchte.

Der Mann aus dem Jenseits ist eine Mischung aus Mystery und Rachekomödie. Ein Erblasser weigert sich, seine wohlverdiente, nun ja, seine Ruhe zu finden und geistert munter vor sich her, bis endlich sein ehemaliger Besitz an den richtigen Erben übertragen worden ist. Bei dieser Aktion gehen Sammy & Jack mehr als einmal die Nerven durch, es ist aber auch sonst nicht alles so, wie es zu sein scheint. Die Diva handelt dann wieder von einer starken Frau, die sich vor Stalkern schützen lassen möchte. Die Gorillas geben dabei kein gutes Bild ab.
Die abschließende Story spielt in großer und luftiger Höhe. Es scheint so, dass ein Bauunternehmer im Visier von irgendjemandem steht, der ständig auf die in großer Höhe arbeitenden Arbeiter schießt. Bevor sich niemand mehr traut zu arbeiten, werden unsere beiden Helden engagiert. Ein netter running Gag in Rififi in den Wolken ist die Frage der Chefposition!

Qualität im Akkord
Es ist schon erstaunlich, wie groß der Output von Szenarist*innen und Autor*innen sein kann. Noch beachtlicher ist es allerdings auf der Seite der Zeichner*innen. Neben all den zusätzlichen Illustrationen, Covern, Werbematerialien etc. schaffen die meisten Künstler*innen nach eigener Aussage etwa ein bis zwei Seiten pro Arbeitswoche. Abzüglich Urlaubes und Krankheit kommt das in etwa mit einem Album pro Jahr hin. Berck hatte sich selbst aber das Ziel gesetzt, in zwei Jahren drei Alben zu veröffentlichen. Trotz dieser hohen Zahl sind dabei allerdings keine Qualitätsabstriche zu verzeichnen!
Die Bilder von Berck sind sehr dynamisch, bewegen sich aber in einem sehr klassischen vierstreifigem Layout. Ziemlich oft explodieren Bomben und knattern Maschinengewehre wie man es in einem Comic, der im Mafiaumfeld spielt, auch erwartet. Trotzdem schafft der Zeichner es, die Bilder ohne Blut auskommen zu lassen. Sie sind daher nicht gewalttätiger als das, was zu dieser Zeit im Kinderfernsehen lief (Der rosarote Panther etwa oder Tom & Jerry). Cauvins Humor wird durch seine Gestaltung unterstützt; die beiden zusammen bilden ein starkes Team.

Ein Genuss für Fans der frankobelgischen Klassiker
Die Serie lief in Deutschland hauptsächlich in den Kauka Publikationen. Nach deren Einstellung gab es nur noch sporadische Versuche, deutsche Ausgaben zu lancieren. Die beiden letzten Alben erscheinen daher hier in deutscher Erstveröffentlichung! Der Band ermöglicht insofern nicht nur eine Reise in die Vergangenheit, sondern erlaubt auch, Neues zu entdecken.
Die Reihe hebt sich von anderen Gesamtausgaben durch einen sehr ausführlichen redaktionellen Teil ab; die beiden Comic-Journalisten Joris de Smet und David Steenhuijse haben wieder eine Unmenge an Fakten und Illustrationen ausgegraben und lesbar zusammengestellt. Die Übersetzung dieser Beiträge erfolgte durch den Verfasser dieser Zeilen. Natürlich gibt es auch wieder eine limitierte Vorzugsausgabe mit Variantcover und einem beigefügten Druck.

Dazu passen The Gems mit „Year of the Snake“ und ein Old Fashioned.
© der Abbildungen Dupuis 1986, 1987, 1988, by Cauvin & Berck / 2026 Comic Combo, Leipzig






































